GEOCACHING  oder  THE „X“ MARKS THE SPOT

Es ist schon eine Weile her (es war im Mai 2008), da hab ich mit Andrea & Uwe endlich das gemacht, wovon die beiden mir schon lange erzählt haben und was sich sehr spannend angehört hat. Wer von uns hat seit der Schatzinsel oder diversen anderen  Büchern nicht von einer Schatzsuche geträumt ???? Wer hat nicht viel Spaß an einer Schnitzeljagd gehabt ???

 OK, wer hier jetzt zweimal mit „Ich nicht“ geantwortet hat, kann umschalten. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

 Heute kann man so eine Schatzsuche recht leicht mitmachen. Die Anleitung dazu findet sich im Internet und das ganze wird als Geo-Caching bezeichnet.  Geo-Caching hört sich so fremd an, so technisch. Nun, es wird allerdings Technik eingesetzt. Zum einen muß man über einen Internet-Anschluß verfügen, zum anderen über einen modernen Kompass, der einen Schritt für Schritt zum Schatz leitet. So einen Kompaß erhält man in der Form eines GPS Gerätes (Global Positioning System).

OK, zunächst sucht man über die entsprechenden Seiten im Internet nach einem Geo-Cache, vorzugsweise einen, der in der Nähe liegt. Solche Karten findet man schnell auf der Seite www.geocaching.de . Naja, schnell ist ein wenig übertrieben. Wenn man die Karte mit den vielen grünen Punkten, die jeweils einen Cache anzeigen so ansieht, dann stellt man fest: Es gibt eine Menge Schätze da draußen. Achja, was sind das eigentlich für Schätze ?? Tja, kein Gold, soviel ist mal sicher. Aber eigentlich ist das ja auch nicht so wichtig. Der Weg ist das Ziel. Trotzdem, es gibt auch eine Belohnung, so ist das nicht. So ein Schatz kann alles mögliche sein. Wichtig ist, dass man auch etwas mitnehmen muß, wenn man auf Schatzsuche geht. Man nimmt etwas und gibt etwas, für den nächsten Schatzsucher. So sind die Regeln J

Nachdem man also sich für eine „Karte“ entschieden hat,  macht man sich mit einem Ausdruck derselben und dem GPS Gerät zum Startpunkt auf. Das ist schon mal nicht so leicht, denn man bekommt nur einen Startpunkt in Form von Koordinaten. Hilfreich ist es, wenn man über eine Navigationssoftware verfügt, die einen mit diesen Koordinaten zum Ziel führt. In meinem Fall hatte ich nur ein normales Navi und damit wären wir noch eine ganze Weile hin- und hergefahren. Gott sei Dank hatte Uwe alles dabei, damit meine erste Schatzsuche nicht schon endete, bevor sie eigentlich angefangen hat. Die beiden hatten eine Karte ausgewählt, die recht nah lag, am Baldeney-See in Essen.

Mein erster Geo-Cache hatte den Namen „Ruhrhalbinsel – Der Exkurs“ und hatte eine Länge von  5,7 km .

Die erste Koordinate brachte uns zum Ausgangspunkt der Suche, zum alten Bahnhof in Essen-Kupferdreh. In der Nähe des Bahnhofs fanden wir eine Lore, die mit den aufgemalten Zahlen und den Hinweisen in der Karte die nächste Koordinate lieferte

 

 

Die Karte beinhaltet nämlich nur einen Teil des Weges, den übrigen Teil erhält man durch Lösen eines Rätsels, dem Rechnen einer Aufgabe oder einfach durch gutes Hinschauen J In unserem Fall hatten wir es mit Zahlen zu tun, die wir teilweise jetzt und teilweise später brauchten. Aber wozu lange schwafeln, ich zeige Euch mal, wie so was aussieht:

 

Parkplatz N51°23.575 // E007°04.680

Station 1 - N51°23.600 // E007°04.702
Die fünf Zahlen auf dem Jubiläumswagen ergeben in Leserichtung A, B, C, D, E. (A ist dreistellig – schau genau – die blasse 1 wird miteinbezogen!!!)
Am Ende des Weges könnt ihr hier einkehren – es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten den Erfolg zu feiern.

Der Jubiläumswagen war natürlich die Lore und die auf ihr aufgemalten Daten waren unser Schlüssel für den weiteren Weg.

Station 2 - N51°23.(A*4+(C-E)) // E007°04.((B-D)*12+9)

In der Mitte angekommen suche die nächste Koordinate (sie ist hier mehrfach versteckt). Lass dich nicht durch Rastende vom Suchen abhalten. Auf dem Weg zur nächsten Station achte bitte darauf, dass du den für dich vorgesehenen Weg (Fußgänger oder Radfahrer) nimmst.

 In der Tat, es ist schon ein bischen merkwürdig, wenn man so alles absucht und Passanten sich dann fragen, wonach wir eigentlich suchen J Vielleicht bieten sie auch ihre Hilfe an. Dann gibt man freundlich Auskunft darüber, was man da macht und es kann weiter gehen.

Es hat zwar keiner seine Hilfe angeboten, aber zwei Inlineskater machten genau auf der Mitte der Brücke Rast und waren ein wenig belustigt. Dann aber dämmerte es einem und dann war alles klar J Wir fanden dann auch kurz darauf den ersehnten Hinweis in Form eines Aufkleber am  Brückengeländer. Es konnte weiter gehen.

Station 3
Finde am Metall die nächste Koordinate.  

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten zur nächsten Station zu gelangen. Entweder weiter über den breiten Weg oder an der Ecke des Bolzplatzes rechts den schmalen Pfad entlang. Willst du abenteuerlustigerweise den Pfad gehen wollen, achte darauf, dass du nicht ins Wasser trittst und: An der großen Metallplatte (Durchmesser etwa 1m) solltest du den direkten Weg, geradeaus zwischen die Büsche auf den nächsten Weg gehen.

Wir waren natürlich abenteuerlustig und wir haben es auch nicht bereut. Wir kamen an einem stehenden Gewässer vorbei und neben vielen Mücken haben wir dann den Vogel des Jahres entdeckt, den Eisvogel. Ich finde, das war allein schon die Sache wert.

Station 4
Am Ersten/Letzten grünen Pfosten ist der nächste Hinweis platziert. Falls dieser Hinweis verschwunden sein sollte, suche die „Vögel zum Lesen“ am Wasser.

 Dieser Hinweis war verschwunden und so suchten wir die „Vögel zum Lesen“.

Station 5
Bilde dich mit Vögel zum Lesen. Finde den Vogel mit NUR VIER GLEICHEN Vokalen (es kommt Kein "R" im Namen vor!!). Merke dir X=10-[Stelle des Vokals im Alphabet]. Wie viele Entenarten sind abgebildet? Merke dir Y=9-[Anzahl Entenarten]. (ACHTUNG: beide Male SUBTRAKTION! Du benötigst diese Zahlen für den Cache!)
Finde den nächsten Hinweis am „einsamen Vogel“. Es gibt auf dem Weg zur nächsten Station entlang des Wassers viel zu sehen, zu hören und zu riechen. (In den Sommermonaten sonnen sich hier in den Mittagsstunden Wasserschildkröten – vielleicht entdeckst du sie ja im Becken zu deiner Linken auf einer kleinen Insel aus Ästen.)

Station 6
Jetzt könntest du ein Déjà-vu im Stahldreieck haben. Hast du keinen Erfolg beim Suchen, untersuche den Schilderbaum 6m über Dir.

 

Tja, das war zuerst keine leichte Suchaufgabe…dabei lag die Lösung sooo nah J

Aber dann wurden wir schließlich doch fündig. Ein bischen Kletterei muß man schon mal hinnehmen, obwohl man die Fundstelle auch schon im obigen Bild erahnen kann, wenn man weiß, wohin man sehen muß J Nachdem ich dann noch ein bischen geklettert bin, war die nächste Markierung schnell gefunden, direkt über unseren Köpfen hat sie geklebt….

 

                                  

Auf dem Weg zur nächsten Station sammelst du auf dem Lehrpfad die Zahl am "Meßringschieber aus der Versetalsperre" ein (suche „B&R www“) ein. Merke dir www=W. (Sollte das Törchen geschlossen sein, hast du auf dem Rückweg nochmals Gelegenheit, von der anderen Seite hinein zu gelangen.)

 Nun, so einen Messringschieber hatte ich noch nicht gesehen und in dem Park, der wie so ein kleines Museum aufgebaut war, gab es eine Menge dieser Schieber. Aber dann entdeckten wir den richtigen unter ihnen (Choose wisely my friend).

Und auf dem Schieber standen dann auch ein paar Zahlen, die recht blass eingeprägt waren. Mit gemeinsamen Hinschauen machten wir dann die richtigen Zahlen daraus.

Station 7
Auf der kleinen Brücke schaust du auf die andere Seite und entdeckst die weiße Zahl auf schwarzem Grund (=F).

Da konnten wir allerdings lange schauen (haben wir auch), wir haben nichts entdeckt. Dafür war es wohl die falsche Jahreszeit, denn was auch immer wir auf der anderen Seite des Ufers entdecken sollten, es war zugewachsen. Immerhin gab es für diese Aufgabe eine Alternative und die hatte mit dem Zählen der Brückenpfosten zu tun. Nachdem wir die kleine Mathe-Aufgabe erledigt hatten, bekamen wir die Koordinate für unseren nächsten Zielpunkt.

Station 8 - N51°23.(A*F-304) // E007°04.((B-D)*F+135)
Im Kasten (C+1530) ist der Hinweis auf den Aufenthaltsort der Dose verborgen. Sollte dieser Hinweis verschwunden sein, schau unterm anderen "Kasten".

 

Tja, der Kasten……welcher Kasten ????

Achja, es gab ja zwei davon. Und hier gab es zufällig zwei Loren…. Das könnten doch die zwei „Kästen“ sein  ?  

 

Richtig, waren sie auch und in dem einen „Kasten“ haben wir dann tatsächlich den nächsten Hinweis gefunden. War schön versteckt J

 

 

 

Man musste erst am Band ziehen, damit der Hinweis sichtbar wurde. Sehr schön gemacht.

Mit diesem letzten Koordinaten-Hinweis haben wir dann auch den Cache gefunden. Gut getarnt unter einem Stein gab es eine eingegrabene Holzkiste. In dieser Holzkiste lag dann  der Schatz !!!!

 

 

 

Eine Plastikbox hielt den „Schatz“ schön trocken und frisch. Der Inhalt war kunterbunt J

 

 

Zunächst ein Logbuch, in dem man eintragen muß, wann man den Cache gefunden hat etc. Man kann auch noch ein paar Lobesworte eintragen, oder was man so hinterlassen möchte. Dann wurde der Fund aufgeteilt…

 

 

Es gab verschiedene Plastiktierchen, so aus der Abteilung Ü-Ei oder ähnliches. Daneben gab es auch einen „Travelbug“ (die graue Plastikkarte hängt daran). Das ist ein besonderer Fund. Diesen Travelbug kann man entnehmen und bei einem anderen Cache wieder hinterlassen. So wandert der Schatz von einem Cache zum anderen. Der Besitzer des Travelbug kann dann im Internet sehen, wie sein Cache so hin- und herwandert. Dafür muß man natürlich den Standort des Travelbug im Internet hinterlassen..

So endete mein erster Geo-Cache mit Erfolg. Dazu haben wir bei schönem Wetter einen netten Spaziergang gemacht und ein wenig von der Natur gesehen, bzw. noch das eine oder andere gelernt. Es war rundrum gelungen und ich hab den Weg mit meinen Eltern noch mal später danach abgeschritten. Das soll nicht mein letzter Geo-Cache gewesen sein. Danke noch mal an Andrea und Uwe, die diesen schönen Anfänger Cache ausgesucht hatten. Die beiden haben schon so einige Schatzsuchen hinter sich und sind schon für fortgeschrittenere Caches gut. Wer sich nach meiner Beschreibung ebenfalls für diese schöne Sache interessiert, der wird nicht darum herumkommen, sich erstmal mit dem nötigen Handwerkszeug auszurüsten. So ein GPS Gerät kostet so zwischen 150 und 300 Euro. Es gibt auch teurere. Ein Blick auf Ebay lohnt vielleicht, denn man muß sich kein Neugerät anschaffen.  Übrigens, es gibt nicht nur diese Art von Caches. Es gibt auch durchaus viel schwierigere Aufgaben, bei denen eine Bergsteiger- oder Taucherausrüstung gebraucht wird !! Wem dieser Cache hier zu einfach war, der findet bestimmt auch was mit einem weitaus höheren Anspruch. Nur zu !